„Grusel Action“

erschrecker_mini.jpgHier der Bericht über unseren Besuch im Gruselkabinett…

Ich versichere, dies ist ein Tatsachenbereicht. Alle hier geschilderten Ereignisse wurden wahrheitsgemäß dargestellt!!

Also, das Gruselkabinett ist ein alter Luftschutzbunker am Anhalter Bahnhof. Den habt Ihr bestimmt schon einmal gesehen, gegenüber vom Tempodrom. Zugänglich sind dort drei Etagen. In der untersten Etage befindet sich eine Ausstellung über den Bunker und seiner Funktion im zweiten Weltkrieg. Die mittlere Etage, genauer das Erdgeschoß, zeigt abstruse medizinische Vorgehensweisen im Mittelalter (Amputationen, Aderlaß, etc. – Wachsfigurenkabinett ähnlich). Alles nicht so tragisch. Das erste Obergeschoß hatte es aber in sich, das eigentliche Gruselkabinett.

Zum Hergang 2005-03-09 13:17 Uhr Z-Zeit

Der Steffen Kaiser, der Andy und meine Wenigkeit (drei gestandene Männer) betraten, schon mit gemischten Gefühlen, das oben genannte Gruselkabinett. Im gesamten Gebäude war zum besagten Zeitpunkt keine Menschenseele, wir drei also die einzigen Gäste. In der Vorhalle bestaunten wir schon die etlichen Zeitungsartikel und Fernsehauftritte des Besitzers, machten uns auch in gewisser Weise etwas lustig. Was wir hingegen überhaupt nicht ernst nahmen war das Schild, auf dem GRUSELACTION stand. „Naja, kann ja nich so schlimm sein!!“ Also betraten wir das Gruselkabinett durch zwei Stahltüren deren Klang beim Schließen uns den ersten Schreck verpaßten.

Nun standen wir, drei gestandenen Männer, im Gruselkabinett (ein Labyrinth), und uns war gar nicht wohl zumute. Wir beschlossen, den ersten Raum in Augenschein zu nehmen. Steffen als erster, Andy in der Mitte und ich als Nachhut. Den ersten Raum erreicht, gingen wir vor wie die S.W.A.T.T.  Andy sicherte rechts, Steffen sicherte links und ich sicherte das Rückfeld. Nachdem „Raum zu allen Seiten gesichert“ äußerst laut und militärisch kommuniziert wurde, konnte der Raum von uns drei gestandenen Männern betreten werden. Diese Vorgehensweise wurde von der zum Erschrecken eingestellten Person (im Nachfolgenden auch Erschrecker, Arschloch, Wichser o.ä. genannt) beobachtet, was wir drei gestandene Männer zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wußten.

So, nachdem wir den ersten Raum betreten hatten und es eigentlich gar nicht schrecklich war, beschlossen wir, die Etage weiter zu ergründen. Wir betraten einen Gang, deren Länge aufgrund von absoluter Dunkelheit nicht voraussehbar war. Durch die Lautsprecher dröhnten Schreigeräusche und andere Töne, über die wir in diesem Moment gar nicht nachdenken wollten. So war nicht nur alles dunkel, nein, wir konnten uns auch nicht auf den Sinn des Hörens verlassen, waren also sinnlos (Wortklamauk), schutzlos ausgeliefert. Mein Herz fing in diesem Moment auch doppelt so schnell an zu schlagen und kleine Schweißtropfen benetzten meine hohe Stirn. Dem Gang entzweigte sich rechts ein kleiner Raum (ca. 15 qm), aus dem ein wenig Licht schien.

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Des Menschen Schutzmechanismus zum Dank, wollten wir drei gestandene Männer nun diesen Raum betreten, was sich im Nachhinein als schwerwiegender Fehler erwies. Steffen natürlich vorn, lugte hinein, nahm alle Seiten und Ecken des Raumes in Betracht. Nach seinen Worten (in diesem Moment standen wir drei dicht an dicht) „Raum sicher“, wollten wir so schnell wie möglich hinein. Plötzlich packte mich etwas von hinten an den Schultern und rüttelte mich durch. Als ich, Schreck erfaßt, meinen Kopf nach links drehte, sah ich die Maske des Schrecken, die mich anschrie. Daraufhin fing ich, schweißgebadet, auch an zu schreien. Der Andy (der Schisser ging immer in der Mitte, damit ihm bloß nichts passierte) fing, ohne ihn gesehen zu haben, auch an zu schreien und wir flüchteten in den Raum, in dem nun etwas Licht war.Dieser Raum stellte einen Friedhof dar, in dem die Sargdeckel sich unter uminösen Geräuschen öffneten. Der Raum war rechteckig, ein Aus- und ein Eingang. Wir drei gestandene Männer stellten uns dicht an die Stirnseite des Raumes, mittig, so daß wir Ein- und Ausgang im Blick hatten und zitterten.

Mein Herz schlug nun dreimal so schnell wie normal, was unter den zwei anderen bei Demonstration zum Lachen führte. Insgesamt wurde in diesem Moment viel gelacht, um die Angst zu überspielen. Nach lauten Rufen wie: „Komm doch her, du elender Wichser. Du Arschloch, wir hauen dir eine auf´s Maul. etc.“ beschlossen wir aber, das Kabinett zu verlassen. Also, Steffen vorn, Andy in der Mitte und ich (was wieder ein Fehler war) hinten. Wir dachten, nur schnell zum Ausgang und raus. Auf einmal, ich befand mich noch in diesem Raum, Steffen und Andy am Ausgang des Raumes, drehte sich Steffen um und schrie: „Emmi, hinter Dir!“ Ich drehte mich um, sah wie das Arschloch von hinten, mit quasimodischem Gang, plötzlich auf mich zusprang und schrie. Ich holte aus Affekt aus und wollte auf ihn einschlagen. In diesem Moment (Andy und Steffen rannten davon, schreiend) sprang das dumme Schwein zurück, so daß ich ihn verfehlte. Das ist dem Wichser bestimmt schon öfter passiert. Ich machte ein paar Schritte auf ihn zu (in Kampfposition) und brüllte ihn an, was der Scheiß doch solle, warum er mich doch immer so erschrecken muß und nicht die anderen und daß er damit doch gefälligst aufhören soll.

Das dumme Schwein war aber so schnell verschwunden, genau so schnell wie Steffen und Andy den Raum verlassen hatten. Ich nun schnell zum Ausgang. Steffen und Andy hatten schon die erste Stahltür geöffnet als hinter uns laute Fußtapsen und uminöses Geschrei war. Wir, drei gestandene Männer, fingen nun alle drei auch an zu schreien und verließen das Gruselkabinett…

Unten im Erdgeschoß, natürlich wieder ganz cool, zeigten wir keine Regung und verhielten uns total normal. Draußen dann verfielen wir in einen Lachkrampf, der 15 min anhielt. Es bedurfte etwa 2 Stunden, um den Adrenalinpegel wieder auf normal zu fahren. Beim nächsten mal, wenn jemand mit dabei sein sollte, besorgen wir uns vorher auch schreckliche Masken, um dem blöden Wichser zu erschrecken. Ich werde zusätzlich noch eine Blutkapsel einstecken. Wenn er mich dann erschrickt, anfaßt oder anschreit falle ich zu Boden, fange mit Zittern an und zerbeiße die Blutkapsel. Also wenn das dumme Schwein dann keinen Schreck bekommt.. Übrigens ist mir zu Ohren gekommen, in Berlin gibt´s ein Laden, in dem man Nachtsichtgeräte ausleihen kann.

Euer Emmi

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