Der Rat von Raatsch 6 – Pirates of the Spreeforest

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Wie im Vorjahr bereits angekündigt, stand der diesjährige Rat von Raatsch ganz im Zeichen der Totenkopfflagge.
Um dies auch nach außen hin kenntlich zu machen, hat sich das Unsinnskomitee im Vorfeld ordentlich ins Zeug gelegt.

Die „Black Spree-Perl“ wurde ordnungsgemäß beflaggt und in diesem Jahr zum ersten mal in bester Knight Rider Manier durch ein am Rumpf befestigtes Lauflicht optisch ordentlich aufgehübscht. (Dieses Lauflicht ließ sich übrigens per Fernbedienung in diversen Modi abspielen, was nicht ganz unwichtig jedoch gleichwohl bei Tages leicht unsinnig und nahezu unsichtbar war.)

Die Akteure waren in diesem Jahr leider reduziert, denn der musikalische Rick McHopeman war mit seiner Kapelle auf Tour und konnte somit nur im Geiste bei uns sein. (Lieber Rick wir haben dich  schmerzlich bei der Vernichtung der diversen mitgebrachten Liköre vermisst! Im nächsten Jahr wird das wieder anders!)
Die restliche Crew hatte sich piratenmäßig aufgestylt. Was gab es da nicht alles an Verkleidung zu bestaunen. Die mittlerweile üblichen Schottenröcke wurden durch diverses Hutzeugs, Perücken, Kopftücher, künstliche Bärte und natürlich allerlei plastikalem Waffenwerk ergänzt.

In diesem Outfit ging es nun auf große Fahrt nach Raatsch.
Wie üblich legten wir unmittelbar beim Gurkenpaule den ersten Pitstop ein.
Ebenso üblich sind inzwischen die verstohlenen Blicke der Passanten und Touristen die sich, teils belustigt teils stark irritiert, unser buntes Treiben ansahen.
Traditionell wurde nun der Schlund mit einer Portion Maibowle für die kommenden Getränke vorbereitet.  Beim anschließenden Gang aufs stille Örtchen wagte sich ein sogar ein Tourist aus dem schönen Sachsenlande uns zu Fragen, ob wir jetzt hier gleich eine Theateraufführung beginnen würden.
Auf Ideen kommen die Leute!

Nun wieder ab auf den Kahn, Musi an , Bier auf und mit Vollgas zur nächsten Jausestation.
Auch hier gab’s lecker Bierchen und viel Gelächter, aber keine weiteren Vorkommnisse.
Der nun folgende Abschnitt zu Wasser wurde durch eine musikalische Darbietung der Teilnehmer (außer Schu) zu einem wahrlichen Genuss für Ohr und Auge.
Jeder der Herren hatte nämlich als Hausaufgabe vom Vorjahr den Auftrag: „Lerne ein Lied auf einem Instrument deiner Wahl und bringe es zu Gehör!“
Was war da nicht alles zu bestaunen. Unvergleichlich  flogen die Lippen des Emmus über seine Bierpanflöte und brachten uns die „Rivers of Babylon“ ins Gedächtnis zurück.

Ähnlich virtuos flötete uns Alec McBenjamin „Wir lagen vor Madagaskar“ in den Gehörgang.

Andrew McHomestop entzupfte seiner schlumpfblauen Klampfe den „Drunken Sailor“ und Jensi erstaunte uns durch sein liebliches Spiel auf der Plaste-Viola.

Emmus hatte weiterhin das Schifferklavier am Start und eigens ein Liedchen über unsere Raatsch-Fahrten komponiert. Der Text war liebevoll gestaltet und die Idee absolut famos, nur vertragen sich ein Schifferklavier und Bier nicht wirklich miteinander. Die Melodie blieb daher manchmal ein wenig auf der Strecke, aber toll war´s trotzdem und, bei der Menge an Knöpfen und Tasten muss man wirklich nüchtern sein, damit es klappt.
Nachdem wir nun der frischen Natur unser Ständchen gebracht haben, ging es munter weiter.

J.F. McPaper überzeugte uns nun mit seinem Können als Don Juan und schleppte aus der folgende Schleuse direkt die Paddlerbräute ab. Neune auf einen Streich, was für ein Hengst.
Wir schleppten die Damen zur nächsten Kneipe und gönnten uns für unsere Heldentat erst mal nen gepflegten Prosecco und nen Schnaps. Ein Glück tranken wir nicht durcheinander!

Jetzt ging ´s auf die vorletzte Etappe unserer Tour Richtung Schlepzig.
Diese wurde überschattet von dem Übermut des Andrew McHomestop und einer Gruppe fröhlicher Paddler.
Diese verstanden offensichtlich jede Menge Spaß und nahmen Andrew´s Wasserspritzpistolenattacke zum Anlass unser Boot mit Paddelschlägen in ein Feuchtbiotop zu verwandeln.
Diesen heimtückischen Angriff überlebten wir nur durchnässt und nicht ohne Schaden. Hatte es doch zu unserem größten Bedauern Emmus iPod und Andrews Docking-Station direkt entschärft.

Diesen Verlust mussten wir erst mal mit abwechselnd Pfeffi und Sambucca herunter spülen.
Am frühen Nachmittag erreichten wir unsere liebgewonnenen Heimstadt, die Halbinsel Raatsch.
Wie die Zahnräder griffen hier Hand in Hand, und schon bald stand unser Zeltdorf in voller Blüte.
Es folgte eine kurze Wasserschlacht mit Gummiboot und Luftmatratze, mit anschließendem Chillen auf dem  Boot.
Sowohl Emmus als auch Andrew konnten die Gruppe davon überzeugen, wie katzengleich und routiniert beide mit Ihrem Gleichgewichtssinn umgehen können.
Im Ergebnis lagen beide im Wasser!

Im Anschluss wurde fein gegrillt und lecker geschmaust.

Nun folgte der für J.F. wohl schönste Teil des  Tages, denn es wurde ein Feuerchen entfacht. Diesem Feuer fielen im Laufe des Abends, wie üblich neben Holz und Gestrüpp, auch allerlei Knicklichter, Pappkartons, Wasserspritzknarren und ähnliches zum Opfer.
Kurz gesagt: J.F. war voll in seinem pyromanischen Element.
Auch wurde der Rest des Sambucca zum Zwecke des Feuerspuckens missbraucht. Im Nachgang kann ich wieder einmal sagen, was hätte da alles passieren können!!! Mal wieder mehr Glück als Verstand!!!

Die folgende Nachtruhe wurde wie gewohnt mit dem ersten Hahnenschrei von Alec und Andrew beendet und die Kameraden wurden baldigst sanft aus dem sonoren Schnarchrhythmus des Emmus erweckt.
Der Abbau verlief wie üblich zackig und geordnet. Das Zeltpueblo des Emmus wurde nach 6 Jahren treuem Dienst ordnungsgemäß entsorgt.
Die Rückreise verlief ohne besondere Vorkommnisse.

Wie schon in den Jahren zuvor  wurde am Frühstückstisch die Idee für den Rat von Raatsch 7 geboren.
Im nächsten Jahr  freuen wir uns nun auf die Raatsch’lympics, einer hoffentlich gelungenen Mischung aus sinnigen und unsinnigen Sportwettbewerben und Höchstleistungen nicht nur an der Bierflasche.
In diesem Sinne, macht euch schon mal fit, denn im nächsten Jahr geht’s richtig ab.

André Heimhalt

One thought on “Der Rat von Raatsch 6 – Pirates of the Spreeforest”

  1. Heidrun Richter - 17. Juli 2011 19:57

    Hallo Ihr ehrenwerten Lairds!

    Als Schwester des legendären Captain J. F. Sparrow Mc Paper möchte ich Euch sagen, Eure Logbuchaufzeichnungen der diesjährigen Tour nach Raatsch haben mich mal wieder köstlich amüsiert. Und dass der Captain 9 Paddelweiber abgeschleppt hat – tja, nichts anderes hätte ich von ihm erwartet ;-).

    Habt weiter viel Spaß meine Lieben und seid herzlich gegrüßt

    Heidrun Richter (geb. Mc Paper)

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